Mio, min Mio

Mio

Bo Vilhelm Olsson alias Bosse wohnt in der Upplandsgatan in Stockholm bei seinen Pflegeeltern Tante Edla und Onkel Sixten. Sie finden ihn lästig und anstrengend. Bosse wünscht sich einen Vater wie sein Freund Benke ihn hat und mit dem er Modellflugzeuge bauen könnte. Bosses echte Mutter ist bei der Geburt gestorben und sein Vater war laut seiner Pflegemutter bestimmt ein Lump.

Über Tante Lundin im Obstgeschäft, einen magischen goldenen Apfel und einen Geist in einer leeren Flasche reist Bosse auf die Grüne Insel, ins Land in der Ferne. Unten am Strand findet Bosse seinen Vater den König, nach dem er neun Jahre gesucht hat. Wie sich herausstellt, heißt er gar nicht Bosse - sondern Mio.

Von der Grünen Insel führt eine Brücke zum Land Außerhalb, wo der böse Ritter Kato wohnt, fast alles schwarz ist und die Menschen arm und ausgehungert sind. Mio und sein Freund Jum-Jum übernehmen den Auftrag, gegen Kato zu kämpfen und das Land Außerhalb zu befreien.

Ein grandioser und wunderschöner Abenteuerroman darüber, verlassen zu werden, klein zu sein und eine große Verantwortung tragen zu müssen, aber auch über das Elternsein, Gut und Böse und die Macht der Liebe.

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Die Geschichte hinter Mio, mein Mio

Astrid Lindgren ging jeden Tag durch den Park Tegnérlunden in Stockholm, auf dem Weg von ihrem Zuhause in der Dalagatan zu ihrer Arbeit bei Rabén & Sjögren. Eines Tages saß dort ein einsamer kleiner Junge auf einer Bank in der Dämmerung.

Die Entstehung der Geschichte hat Astrid Lindgren in einem Radiointerview folgendermaßen geschildert:

„Mio, mein Mio, das ist eigentlich ein kürzeres Märchen, das ich geschrieben habe, und ich weiß nicht mehr richtig, wie ich darauf gekommen bin, aber auf jeden Fall hat alles im Tegnérlunden angefangen. Ich lief durch den Tegnérlunden und sah einen kleinen Jungen auf einer Bank, und da dachte ich so bei mir, ja, vielleicht wohnt er in dem Haus dort. Ich habe dann ein bisschen darüber nachgedacht, dass er so dasaß. Und dass der Geist in der Flasche kam, und dass er ins Land in der Ferne geflogen ist. Aber eigentlich wollte ich gar nicht mehr als das schreiben. Sondern das Märchen wurde damals in einer Zeitung abgedruckt. Dann, nach ein paar Jahren, fing ich an nachzudenken und mich zu fragen, wie es ihm dort in der Ferne wohl erging. Ob er jemand hatte, mit dem er zusammen sein konnte, wenn er Benka nicht hatte, wie zu Hause in der Tegnérgatan.“

Mio på en bänk

„Es wird selten vorkommen, dass in den Flaschen der Stockholmer Brauereien Geister sind. Aber hier war jedenfalls einer.“ (von Mio, mein Mio, Zeichnung von Ilon Wikland)

Zitat

„Sieh zu, dass du das Herz triffst! schrie er. Sieh zu, dass du mein Herz aus Stein durchbohrst! Es hat lange genug in meiner Brust gescheuert und wehgetan. Ich sah in seine Augen. Und in seinen Augen sah ich etwas Seltsames. Ich sah, dass Ritter Kato sich danach sehnte, sein Herz aus Stein loszuwerden. Vielleicht hasste niemand Ritter Kato mehr als Ritter Kato selbst.”

Aus Mio, mein Mio