Sevedstorp

Die Geschichte hinter Bullerbü

Die Bücher über die Kinder in Bullerbü basieren auf Astrid Lindgrens eigener Kindheit auf dem Hof Näs im Vimmerby der 1920er Jahre. Bullerbü selbst gibt es „in echt“ und dann heißt es Sevedstorp. Es ist ein kleines Dorf mit drei Häusern in einer Reihe, in dem Astrids Vater im Mittelhof aufgewachsen ist und das Astrid Lindgren beim Schreiben der Bücher Modell gestanden hat. In Sevedstorp wurden auch die Filme von Lasse Hallström über die Kinder in Bullerbü aufgenommen, die 1986-87 erschienen sind.

In einem Artikel in der schwedischen Wochenzeitung „Röster i Radio“ schrieb Astrid Lindgren 1962, bevor die Verfilmung der Bullerbü-Bücher im Fernsehen ausgestrahlt werden sollten, über die Wirklichkeit hinter Bullerbü:

„Gibt es Bullerbü? Ich bekomme ständig Briefe von Kindern, die beharrlich um Auskunft in dieser Sache ersuchen ... gibt es Bullerbü? Dann möchten sie nämlich dorthin ziehen und zwar sofort. Es gibt auf jeden Fall ein kleines Mädchen in Wien, das in diesem Punkt eine unerschütterliche Entschlossenheit an den Tag legt. Sie hat zu ihrer Mutter gesagt, dass es idiotisch sei, in Wien wohnen zu bleiben, wenn es einen Ort gibt, wie Bullerbü. Den gibt es doch, fragt sie besorgt? Es ist schwierig, so einen Brief zu beantworten. Was die junge Briefeschreiberin erbittet, ist natürlich, dass es ein kleines Dorf gibt, in dem drei Höfe gleich nebeneinander liegen. Die Häuser müssen so dicht nebeneinander liegen, dass man aus der südlichen Dachstube des Mittelhofs über eine Linde in die nördliche Dachstube des Südhofs klettern kann, und in dem Dorf müssen sechs Kinder wohnen: Lasse, Bosse und Ole, Lisa, Britta und Inga, und Kerstin nicht zu vergessen, Oles kleine Schwester.

Wenn ich der kleinen Briefeschreiberin ganz ehrlich antworte, wird sie nicht erfreut sein. Sie wird nicht zufrieden sein, wenn ich so antworte:

Bullerbü gab es früher einmal, aber das ist schon lange her. Es war nicht genauso, wie in den Büchern - das ist es nie - aber die Kinder gab es, die Spiele gab es, die Wiesen voller Steine und Walderdbeeren gab es, die Kinder aus Bullerbü liefen dort barfuß herum und bauten sich Spielhütten und Baumhäuser und haben Erdbeeren auf Grashalme gezogen. Es gab den Heuboden, die Kinder aus Bullerbü haben dort manchmal geschlafen und viele Höhlen im Stroh gebaut. Es gab den Eulenbaum, in den Bosse einmal ein Hühnerei gelegt hat, damit die Eule es ausbrütet, es gab die Rattenfarm, „Bullerbüs Rattenfarm“, obwohl die Ratten gleich in der ersten Nach davongelaufen sind ... sehr zum Ärger von Bullerbüs Lasse.

Die Frühlingsstelle im Graben gab es, wo Anna und Lisa hinter der Faulbaumhecke saßen und „selbst nicht wussten, was sie tun“, es gab die Wiesen mit Himmelsschlüsselchen und die Stellen, an denen die ersten Buschwindröschen wuchsen, das kluge Pferd Svea gab es und es war genauso klug, wie es im Buch steht, den bösen Widder gab es und den netten Großvater, der den Kindern in Bullerbü Kandis gab und „Ach jajajaja“ sagte, ihn gab es auch. Ja, das ganze Bullerbü gab es und Lisa aus Bullerbü wohnte in einem alten roten Haus mit weißen Einfassungen und einem runden Blumenbeet davor.

Das rote Haus steht dort heute noch. Das wird ihnen jedoch wohl kaum ein Trost sein, wenn sie schreiben und fragen: „Gibt es Bullerbü?“

Das Bullerbü, das sie meinen, gibt es nicht mehr und es kommt nie mehr zurück. Ach jajajaja! Aber Samstagabend im Herbst können sie im Fernsehen etwas sehen, das all dem ziemlich ähnelt."