Lotta zieht um

1993

Regisseur
Johanna Hald

Manchmal kann Lotta richtig, richtig sauer werden. Aber eigentlich nie, ohne dass sie vorher jemand geärgert hat. So wie Mama, die unbedingt will, dass Lotta den stickeligen Strickpullover anzieht, obwohl Lotta viel lieber das Samtkleid anziehen will. Das nur für Sonntags ist. So eine dumme Idee! In einer Familie, die so dumme Regeln hat, kann man doch nicht wohnen, denkt Lotta und beschließt, zu Hause auszuziehen. In Tante Bergs Rumpelkammer lässt sich wunderbar eine Wohnung einrichten – dort gibt es einen Tisch, Stühle, ein Bett und Gardinen. Obwohl es nachts, wenn es dunkel wird, schon ein bisschen unheimlich wird mit den seltsamen Geräuschen. Da hilft es kaum, dass das Kuschelschwein Teddy mit umgezogen ist...Da kommt es ziemlich gelegen, dass Mama wegen Lottas Umzug so traurig ist, dass Papa sie bitten muss, wieder nach Hause zu kommen.

Wohl behalten zurück zu Hause hat Lotta so viel zu tun, dass sie gar nicht versteht, wo sie die Zeit hergenommen hat, umzuziehen, und noch weniger versteht sie, wie der Rest der Familie ohne sie zurechtgekommen ist. Wo sie doch so viel kann, genau genommen fast alles. Wer – außer Lotta – kann zum Beispiel einen Weihnachtsbaum organisieren, nachdem Papa keinen gekriegt hat, weil alle Weihnachtsbäume in der ganzen Stadt ausverkauft sind? Und wer – außer Lotta – schafft es, dem Osterhasen Süßigkeiten zu besorgen, nachdem Vassilis seinen Süßigkeitenladen geschlossen hat und zurück nach Griechenland gegangen ist? Denn Lotta kann wirklich alles – außer vielleicht Slalom fahren. Aber das kann man schließlich lernen.