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Anne-Marie

Astrid und Anne-Marie spielten, kletterten, streiften durch die Natur und bauten Höhlen in den Sägespänebergen im Viehstall. Sie wurden ”Blutsschwestern” und versprachen einander “niemals zu lügen, niemals Wort zu brechen, niemals zu betrügen”. Laut Astrid haben sie sich nur einmal gestritten, da waren sie neun, und das war schnell wieder vergessen.

Als ältere Teenager trafen sich die beien Freundinnen nicht mehr so häufig. Astrid lebte inzwischen in Stockholm und Anne-Marie in Linköping und später in Uppsala. Aber sie hielten den Kontakt durch eifrigen Briefwechsel aufrecht. Später zogen Anne-Marie und ihr Mann Stellan ebenfalls nach Stockholm. Astrid und Anne-Marie waren inzwischen beide junge Mütter und gingen oft mit ihren Kinderwagen zusammen im Vasapark spazieren.

Während des Krieges hatte Astrid eine Stelle in der Abteilung für Briefzensur beim schwedischen Nachrichtendienst und sorgte dafür, dass Anne-Marie ebenfalls eingestellt wurde. Nach dem Krieg debutierte Astrid als Autorin und Anne-Marie bekam eine Stelle als Kinderbuchlektorin bei dem Verlag, der auch Astrids Bücher veröffentlichte und in dem sie selber als Kinderbuchlektorin arbeitete.

1987 hielten sie beim achtzigsten Geburtstag der jeweils anderen eine Rede, obgleich sie da schon ziemlich müde alte Damen waren. Anne-Marie lag die letzten zwei Lebensjahre im Krankenhaus, wo Astrid sie regelmäßig jede Woche bis zu ihrem Tod 1991 besuchte. Ihr gemeinsamer Sinn für Humor und ihr Interesse für Kinder, die Natur und fürs Spielen führte sie zusammen, und als Freundinnen und Vertraute waren sie einander ein ganzes Leben lang eng verbunden.