Stenogramblock

Die Zeit bei Rabén & Sjögren

Der Erfolg mit Pippi Langstrumpf führte dazu, dass der Buchverlag Rabén & Sjögren schnell wuchs und der Verlagsleiter, Hans Rabén, anfing, sich über seine Arbeitslast zu beschweren. Elsa Olenius schlug vor, Astrid Lindgren, die sowohl Schreibmaschine als auch Stenografie schreiben konnte, anzustellen. Astrid wurde 1946 die Verantwortung für die Kinderbuchausgaben übertragen und sie spielte eine doppelte Rolle im Verlag: Morgens war sie Schriftstellerin und nachmittags Redakteurin.

Sie hatte eine solche Freude am Schreiben, dass es ihr meistens schnell und leicht von der Hand ging. Manchmal kamen ihr Ideen und Texte in den Sinn, wenn sie es am wenigsten geplant hatte. „Wie beispielsweise Meisterdetektiv Blomquist. Er ist mir in unserem Ruderboot im Furusund eingefallen. Und es geht so schnell, dass ich mich fast schäme, wenn ich sehe, wie viele andere arbeiten und für ihre Bücher schuften müssen. Ich habe irgendwie so ein lustiges Gefühl, dass das Buch schon fertig ist, wenn ich anfang, zu schreiben. Ich stehe einfach mit der Reinschrift zu Diensten.“

Astrids enorme Arbeitskapazität ist bekannt. Die anstrengende Verlagsarbeit zu schaffen und zugleich selbst Bücher zu schreiben, ist zweifellos bewundernswert. Morgens schrieb, oder stenografierte, sie ihre eigenen Bücher zu Hause im Bett. Nach einem schnellen Mittagessen und einem raschen Spaziergang zum Büro in der Tegnérgatan, fing die Arbeit als Kinderbuchredakteurin am Nachmittag an.

Einige Jahre war Astrid alleine für die Arbeit mit der Herausgabe von Kinderbüchern im Verlag verantwortlich und zugleich kümmerte sie sich um ihren eigenen Verkauf ins Ausland. Aber 1952 erhielt sie Hilfe von Marianne Eriksson als Redaktionssekretärin und Kerstin Kvint, die als Mädchen für alles anfing und mit der Zeit die Verantwortung für den Auslandsverkauf des Verlags übernahm.